Volker Weidermann
Volker Weidermann (Jg. 1959, geb. Darmstädter) hat ein Buch über die Münchner Revolution 1918/19 geschrieben ...
… den Roman Träumer – Als die Dichter die Macht übernahmen
- Verlag: Kiepenheuer&Witsch, 2017, 288 Seiten. ISBN 978-3-462-04714-1
Weidermann leitete von 2003 bis 2015 das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, bis er zum Spiegel als Literaturkritiker wechselte. Der Germanist studierte von 1990 bis 1998 in Heidelberg.
Über das Buch sagt er: Nach dem totalen Zusammenbruch in Bayern und Deutschland war niemand da, der Verantwortung übernahm. Durch viele Zufälle war der Dichter und spätere Ministerpräsident Kurt Eisner der richtige Mann zur richtigen Zeit. Und natürlich war München zu dieser Zeit eine literarische Stadt. alle sind vor Ort: Ernst Toller, Thomas Mann, Erich Mühsam, Rainer Maria Rilke, Gustav Landauer, Oskar Maria Graf, Viktor Klemperer, Klaus Mann ...
Selbst Rilke, der unpolitischste aller Schriftsteller, war jeden Abend in den Bierkellern und diskutierte mit.
Am Anfang ging es deshalb auch darum, wer am besten redete. Man überzeugte durch Sprache. Aber dieser Rückhalt schrumpfte innerhalb kürzester Zeit dramatisch. Die Massenbasis dieser Regierung der Dichter nahm rapide ab. Und Eisner, der sich als König des Volkes sah, musste feststellen, dass ihn nur 2,5 Prozent der Bevölkerung gewählt hatten.
Siehe auch
- Freistaat
- Weimarer Republik
- Räterepublik
- 1918, ff