Max Mannheimer
Zur Navigation springen
Zur Suche springen
Max Mannheimer (geboren am 6. Februar 1920 in NeutitscheinW, damalige Tschechoslowakei; gestorben am 23. September 2016 in München wurde in München besonders durch seine umfangreiche Vortragstätigkeit zu den Verbrechen der Nazis und dem Überleben von einigen Opfern dieser Diktatur bekannt. Er selbst war Überlebender der Judenverfolgung, der sich in München für die Mahnung daran und für eine hassfreie gemeinsame Zukunft der Menschen einsetzte. Er war auch Autor und Maler.
Lebensstationen
- Mannheimer arbeitete als Kaufmann und war als Schriftsteller und Maler tätig[1].
- Februar 1943 wurde er mit seinen Eltern, Geschwistern und seiner Frau über das Konzentrationslager Getto Theresienstadt ins deutsche Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Seine Eltern, zwei Brüder, seine Frau und seine Schwester wurden dort ermordet.
- Im September 1943 wurde er mit seinem einzig noch lebenden jüngeren Bruder nach Warschau als Arbeitssklave in das zerstörte Ghetto zum Aufräumen (dem Beseitigen der Spuren der NS-Verbrechen) deportiert.
- Von dort wurden sie im August 1944 in das Konzentrationslager Dachau, später in das Außenlager Mühldorf weiter deportiert.
- Nach der Befreiung 1945 kehrt er mit seinem Bruder zunächst in seine Heimatstadt zurück. Seine zweite Frau überzeugte ihn dort, in Deutschland ein neues Leben aufbauen zu können. Mit ihrer Tochter lassen sie sich 1946 in München nieder.
- Max Mannheimer arbeitete in Frankfurt bei verschiedenen jüdischen Wohlfahrtsorganisation.
- Als seine zweite Frau 1964 an Krebs starb, schrieb er für seine 17-jährige Tochter seine Geschichte auf, die 1985 in den Dachauer Heften und 2000 als Spätes Tagebuch bei Piper erschien.
- Ab 1986 begann eine umfangreiche Vortragstätigkeit. 1990 wurde er der Präsident der Lagergemeinschaft DachauW, 1995 Vizepräsident des Internationalen Dachau-Komitees.
- Am 23. September 2016 ist Max Mannheimer in München gestorben.
Malerei
Seit 1954 hat er sich mit der Malerei beschäftigt und ab 1975 unter dem Pseudonym ben jakov seine Bilder im In- und Ausland auch ausgestellt.
- Oberbayerischer Kulturpreis (2005)
Ehrungen
- 2008: Wilhelm-Hoegner-Preis
- 2018: der vorher namenlose Platz an der Brienner Straße vor dem neuen NS-Dokumentationszentrum wird nach Max Mannheimer benannt.
- Max-Mannheimer-Straße bei der Stadtbücherei in Dachau
- Max-Mannheimer-Haus in Dachau, ein Studienzentrum und internationales Jugendgästehaus zum Konzentrationslager von und bei München
Filme
- Max Mannheimer – ben jakov. 2016, BR, tv-Dokumentation über den Maler Mannheimer. Ein bald 96jähriger Überlebender der KZ Auschwitz und KZ Dachau gibt Malunterricht. (Link auf eine Seite bei br-online; Sendedatum ard-alpha, 30.3.2016, 21 Uhr.)
- Videos bei youtube, Interviews (2015)
- Max Mannheimer im Gespräch mit der Ordensschwester Elija Boßler im Kloster Karmel bei der KZ-Gedenkstätte Dachau. BR-tv, 2015, 80 Min, (auch mit Bildbeispielen)
Medien, Bücher
- Spätes Tagebuch. Pendo Verlag, Zürich, 2005. ISBN 3-86612-069-9
- Drei Leben. dtv, 2012. ISBN 9783423249539
Weblinks
- Ein Interview von Klaus Wiegrefe mit dem Sohn: »Hitler wurde nur als „Onkel Adi“ erwähnt. Max Mannheimer hat die Konzentrationslager in Auschwitz und Dachau überlebt. Sein Sohn Ernst erzählt, wie die Erinnerung die Familie bis heute belastet. In: Der Spiegel vom 16.04.2021 (Hinter einer Bezahlschranke)
Einzelnachweise
Das Thema "Max Mannheimer" ist aufgrund seiner überregionalen Bedeutung auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten.
Die Seite ist über diesen Link aufrufbar: Max Mannheimer. |