Sophie Scholl
Die Studentin Sophia Magdalena Scholl (* 9. Mai 1921 in Forchtenberg; † 22. Februar 1943 in München) war eine Widerstandskämpferin in München gegen die Diktatur der Nationalsozialisten. Sie wurde auf Grund ihres Einsatzes in der Widerstandsgruppe Weiße Rose hingerichtet.
Am 18. Februar 1943 wurde sie beim Verteilen und Auslegen von Flugblättern zusammen mit ihrem Bruder Hans in der Münchner Universität im Hauptgebäude von einem Hausmeister gegen 11 Uhr entdeckt, festgehalten und zunächst dem Rektorat und in der Folge der Gestapo übergeben.
Sie wurde schließlich im Strafgefängnis München-Stadelheim gemeinsam mit ihrem Bruder und dem am 20. Februar festgenommenen Christoph Probst mit einer Guillotine enthauptet. Da es sich dabei um ein Unrechtsregime und einen Schauprozess handelte, ist das eindeutig Mord zu nennen.
2021 - SOPHIE SCHOLL AUF INSTAGRAM
Stell dir vor, es ist heute 1942 und Sophie Scholl hat Instagram: Geht das, die Geschichte der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl über Clips zu erzählen, in simulierter Echtzeit?
- „Wir begleiten sie die letzten zehn Monate ihres Lebens, mit zwei, drei Video-Postings pro Woche, in denen die 21-Jährige über Handy-Selfies mitteilt, was sie an diesem Tag erlebt oder woran sie sich gerade erinnert“, erklärt der Regisseur Tom Lass.
Ein Projekt um die Nachrichten aus dem NS-Staat einfühlsam zu machen.
SOPHIE SCHOLL AUF INSTAGRAM - Warum nicht auch so Geschichte vermitteln? @ichbinsophiescholl macht die letzten Monate im Leben der Widerstandskämpferin Sophie Scholl erfahrbar. Kann das auf Instagram klappen? fragt Marie Müller für den BR (Stand: 04.05.2021)
Sophie Scholl durchlebt auf Instagram all das, was viele junge Erwachsene erleben: Respekt vor dem ersten Ortswechsel, die ersten Schritte hin zu einem Leben auf den eigenen Beinen, Cliquen-Bildung, Enttäuschung im Studium, Liebe und Liebeskummer. Und zugleich ist ihr Alltag kaum vorstellbar: Ein Leben in einem totalitären Staat, in dem durch Gewalt und Agitation das Naziregime als unangreifbar erscheint. Dann ihr mutiger Schritt in den Widerstand der "Weißen Rose" – ihre Kamera immer dabei.
Édith Carron hat inspiriert von Scholls Zeichnungen Skizzen gemacht, hier ein Flugzeug, das Blumen statt Bomben wirft. | Bild: SWR/Édith Carron/Sommerhaus Film Inspiriert von Sophie Scholl: Zeichnung von Édith Carron
Das Instagram-Profil @ichbinsophiescholl wird plattformgetreu mit verschiedenen Medienarten bespielt. Szenisch-historisch produzierte Filmaufnahmen aus der Ich-Perspektive wechseln sich ab.
- www.instagram.com/ichbinsophiescholl/ (Link zum Original)
- https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/hommage-an-die-widerstandskaempferin-ichbinsophiescholl/27158812.html Eine Rezension im tagesspiegel.de], 4.5.21
Beiträge
- Start am 4.5.21: https://www.instagram.com/reel/COcrpobqzgm/
„Scholl 2017 – Verteile Dein Flugblatt in einer Diktatur“
Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums der ersten vier von sechs Flugblätter der Weißen Rose im Juni 1942 widmete sich die Aktion „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) der Frage, was Hans und Sophie Scholl heute tun würden. Zum Auftakt schickte das ZPS am 26. Juni 2017 an sämtliche bayrischen Gymnasien Materialien für den Geschichtsunterricht und Informationen für einen bayrischen Schülerlandeswettbewerb der besonderen Art: Schülerinnen und Schüler sowie Studierende zwischen 14 und 24 Jahren waren dazu aufgerufen, ein Flugblatt nach dem Vorbild der Weißen Rose an eine Diktatur ihrer Wahl zu verfassen und „auf Kosten der bayerischen Staatsregierung“[1] ins betreffende Land zu fliegen, um dort zum Sturz des Regimes aufzurufen.[2] Der bayrische Freistaat duldete die Aktion, genau wie die Verwendung von Staatswappen und Namen.[3][4] Durch München tourte ein Doppeldeckerbus, die sogenannte „Schülerregistratur“ und Bühne, um junge Menschen zu rekrutieren.[5] Die Münchner Kammerspiele luden zu kostenfreiem „Ersatzunterricht“ ein – der Historiker Wolfgang Benz hielt die Eröffnungsrede. Bei den Abendveranstaltungen wurden junge Kandidaten vorgestellt und interviewt, die sich zum Verteilen von Flugblättern in einer Diktatur gemeldet hatten. Es handelte sich dabei nicht um Schauspieler, sondern tatsächliche Freiwillige.[6] Es wurden weitere Orte in München bespielt, z. B. das Sophie-Scholl-Gymnasium und die Ludwig-Maximilians-Universität.[7]
Am 30. Juni flatterten mindestens 1000 Exemplare des Gewinnerflugblatts, verfasst von kurdischen Jugendlichen, in den İstanbuler Gezi-Park.[8][9] Darin wurde der Sturz des Erdoğan-Regimes und „Tod dem Diktator“ gefordert.[10] Aber nicht die Jugendlichen, die sich zum aktiven Widerstand gemeldet hatten, sondern eine Einheit des ZPS verbreitete das Flugblatt. Dazu wurde eine technische Einrichtung mit einem Drucker an ein Hotelzimmerfenster gelehnt und der Druckauftrag per Cloud-Print ausgelöst.[11] Die türkische Polizei fahndete daraufhin nach einem deutschen Staatsbürger.[12] Die türkische Nachrichtenagentur DHA verbreitete Aufnahmen davon, wie der Tatort abgesperrt und untersucht wurde.[13]
- Zitiert. Nach einem Abschnitt bei Wikipedia über das Zentrum für politische Schönheit
Siehe auch
Verfilmungen
- Die weiße Rose, 1982 in der Internet Movie DatabaseW (englisch)
- Fünf letzte Tage, 1982 in der Internet Movie DatabaseW (englisch)
- Sophie Scholl: Die letzten Tage, 2005 in der Internet Movie DatabaseW (englisch)
Literatur
- Maren Gottschalk: Wie schwer ein Menschenleben wiegt. Verlag C. H. Beck, München, 2020, 3. Auflage 2021, 347 Seiten. ISBN 978-3-406-76855-2. (Rezens. + Inhalt auf der Verlagsseite)
- Robert M. Zoske: Sophie Scholl. Es reut mich nichts. Propyläen/Ullstein Buchverlage, Berlin, 2020, 448 Seiten. ISBN 9783549100189. Rezensionen bei perlentaucher.de
Weblinks
- SWR: Das Projekt „Ich bin Sophie Scholl“
- tz, 24. März 2017: Die Weiße Rose: Hier war die Wiege des Widerstandes. Die Geschwister Scholl mieteten 1942 in der Franz-Joseph-Straße 13 eine Wohnung für eine Protest-Aktion an. Was im Hinterhaus in der Franz-Josef-Straße 13 (Maxvorstadt) im Jahr 1942 vor sich ging, musste streng geheim bleiben. Denn hier entwarfen die berühmtesten Widerstandskämpfer Münchens ihre Flugblätter gegen Hitler.
- Regina Bruckschlögl: Auf den Spuren der Weißen Rose in München. In: munich mag vom 28.2.2021 (3 Bilder von der DenkStätteWeisseRose in der Eingangshalle der LMU )
- Gedenkstätte deutscher Widerstand, Berlin: knappe biografie
- Wikipedia: Christoph Probst
- Dossier der BpB zur Weißen Rose
- Flugblatt I (Text / Original als PDF)
- Flugblatt II (Text / Original als PDF)
- Flugblatt III (Text / Original als PDF)
- Flugblatt IV (Text / Original als PDF)
- Flugblatt V (Text / Original als PDF)
- Flugblatt VI (Text / Original als PDF; es konnte später im Jahr 1943 als "Manifest der Münchner Studenten" von den Alliierten im wahrsten Sinne als Flugblatt über deutschen Städten tausendfach abgeworfen werden. Geschichtsmuseum, Lemo - das abgeworfene Blatt im Archiv)
- Das Weiße Rose Institut
- Informationen zur Weißen Rose und zu Sophie Scholl auf Shoa.de
- Der Hans und Sophie Scholl-Pfad in Forchtenberg (seit 2006, erinnert an Kindheit und Jugend in Franken)
- Allen Gewalten zum Trotz. (BR, 2021, Dokumentation in Zeugnissen von Gleichaltrigen; Regie Marieke Schroeder, 59 Min.)
Das Thema "Sophie Scholl" ist aufgrund seiner überregionalen Bedeutung auch bei der deutschsprachigen Wikipedia vertreten.
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