Utzschneiderstraße: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 12. Mai 2012, 22:10 Uhr
Eine weitere Straße am Rande der alten Stadtmauer der Altstadt ist die im Jahre 1840 angelegte und 1844 nach dem Herrn Joseph Utzschneider benannte Utzschneiderstraße.
Im Vergleich zu den beiden anderen Straßen, dessen Namensgeber, die ebenso wie Utzschneider, hochverdiente Bürger der Stadt, Reichenbach und Fraunhofer, ist die Utzschneiderstraße wohl mehr ein kurzer Verbindngsarm zwischen zwei Hauptachsen des Straßennetzes. Ihr Bekanntheitsgrad ist daher eher gering anzusehen, nichtminder steht sie hier als Andenken an einen Bürger der Stadt, der sich in allen Belangen des Handels, der Modernisierung, der Gerechtigkeit und der Förderung minder Bemittelter ohne jeglichen Gedanken auf den eigenen Profit einbrachte.
Die Straße befindet sich am Südrand der Altstadt und ist einfach zu finden. Wer sich auf den Weg machen will, dem dient z.B. der Karl-Valentin-Brunnen als guter Ausgangspunkt. Beginnen wir am Brunnen: Der Blick fällt auf die Paulaner Gaststätte im vorgelagerten Bau der Schrannenhalle und auf die Ecke Frauenstraße - Blumenstraße. Wir verlassen den Viktualienmarkt und treten links neben der Gaststätte auf die Blumenstraße. Der Blick fällt auf den markanten Eckbau, ehedem von Bürklein entworfen, mit der Löwen-Apotheke im Erdgeschoss. An ihr wandern wir rechts vorbei und stehen nach einigen Schritten schon am Eingang zur Utzschneiderstraße. Die Straße selbst ist in gut einer Minute durchquert. Besonders auffällig sind die schlichten alten Stadthäuser aus der Biedermeierzeit, die allesamt mehr oder weniger noch original erhalten sind. Am Ende verzweigt die Straße jeweils links und rechts in die Reichenbachstraße ab.
Erstmals im Jahre 1849 findet sich der Verlauf und der Name der Straße in einer vierteiligen Karte der Steuer-Kataster-Kommission. Hier als Verbindung zwischen der Blumenstraße und der Rumfordstraße, mit einem leichten Knick und mit anschließender Brücke über einen der Stadtbäche. Damals stand dort, umgeben von einem Wäldchen, die im Jahre 1815 von Utzschneider gegründete, und seit 1835 von Johann Laubmann in Pacht geführte Tuchfabrik, die wohl um 1839 oder 1840 ihren Betrieb einstellte. Um die angelaufenen Schulden des Unternehmens begleichen zu können, wurde das Areal, die Tuchfarbikgebäude hatten die Hausanschrift Blumenstraße 8, aufgeteilt und als Bauland veräußert. Das Gebäude der Tuchfabrik wird an Sebastian Streicher verkauft. Dazu gibt es einen weiteren Bericht in einem der Polizey-Anzeiger aus dem Jahre 1840. Hier heißt es am 8. August des Jahres u.a.; In der Verlassenschaftssache des geh. Rathes Ritters von Utzschneider, werden am Mittwoch den 26. August und die folgenden Tage, Morgens von 9 - 12 und Nachmittags von 3 - 6 Uhr in der Tuchfabrik am Einlaßtore, Spiegel, Tische, Fernrohre, ... öffentlich gegen gleich bare Bezahlung an die Meistbietenden versteigert.... Interessant ist aber auch, dass noch im Februar des Jahres 1842 Gegenstände in der noch bestehenden Tuchfabrik aus dem Nachlass Utzschneiders versteigert werden.
Quellen und Nachweise
- Stadtatlas München - Karten 1832,1849.
- Münchener Fassaden, Utzschneiderstraße.
- Rambaldi, Straßennamen.
- Münchener Morgenblatt; Thierry, 1840 7/9. 236, Anzeige, Tuchmachermeister Heinrich Laubmann.
- Münchener politische Zeitung; Jahrgang 1842, 27.Februar, Versteigerung in der Tuchfarbik am Einlasstor an der Blumenstraße. In dieser Ausgabe wurde auch auf die Versteigerung der Utzschneiderischen Anwesen am Schloss zu Erching bei Freising, das Anwesen am Eichwaldhof, das Schloss zu Rieden in Murnau, das Wohnhaus von Utzschneider in Obergiesing, hingewiesen.
- Polizey-Anzeiger 1844. Am 1. Februar des Jahres wird ein Feuer in der ehemaligen Tuchfabrik, nun im Besitz von Sebastian Streicher, nahe der Streicherischen Lohmühle, gemeldet.
- Polizey-Anzeiger 1846. Im ehemaligen Utzschneider-Gebäude, Fraunstraße 3 wird eine Wohnung frei.
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